Momente im Leben, da glaubt man, es geht keinen Schritt mehr weiter. Momente, in denen selbst der nächste Atemzug eine Nummer zu groß ist. Augenblicke, die es in sich haben, dieses Gefühl von Leere und Kraftlosigkeit.
Jedes Geräusch ist eines zu viel. Jede Frage ist eine Frage zu viel.

Selbst das ewige Mantra, noch weitere fünf Minuten durchzuhalten, die damit verbundene Hoffnung, in fünf Minuten möge alles anders sein, fängt an zu hinken.

Dann packst du den letzten Rest an Selbstbeherrschung in dein Köfferchen und gehst dahin, wo jemand dir zuhört und dafür bezahlt wird, dir bei den Aufräumarbeiten nach all dem Sterben und in all der Trauer zu helfen.

In der Zeit zuhause räumst du auch auf. Du putzt die Fenster, vernichtest den Staub auf militärische Art und Weise, möchtest gern die Waschmaschine in Dauerschleife laufen lassen und alles mit Stahlschwamm und Spülbürste behandeln. Besser noch, das gesamte Haus mit Hochdruck reinigen. In der stillen Hoffnung, dass die äußere Ordnung auf das Innere abfärbt und auch dort für Ordnung sorgt.

Und dabei wartest du darauf, dass du wieder damit aufhören kannst, deine Fingernägel abzukauen, dass dein Magen nicht bei jedem zweiten Gedanken in deinem Körper herumfliegt wie ein Flummi, dass deine Gedanken endlich den Weg zu Belanglosigkeiten findet.
Und darauf, dass du dich wieder fühlst, wie du.