Immer wieder treffen wir in heutigen Zeiten auf den
Omnia omnivorum comedenti domum lavendulae, den gemeinen Alles-Fresser im Hause Lavendula.
Er gehört zur Familie der communis omnivore und hier zur Untergruppe der
Culus malicious.

Es ist nicht leicht, das unscheinbare Tier bei der Nahrungsaufnahme zu sichten. Bisher ist es noch keinem Forscher gelungen, einen Omnia comedenti dabei zu beobachten. Ähnlich wie die Küchenschaben leben Omnia comedenti versteckt, sind vorwiegend dunkelheitsaktiv und meiden das Licht.
Omnia comedenti sind eine extrem scheue Art und man erkennt ihre Anwesenheit im Haus oft nur an den Hinterlassenschaften.
Leere Joghurt- oder Puddingbecher, verschwundene Süßigkeiten, benutztes Geschirr und verunreinigte Pfannen sind erste Hinweise, dass ein Haus von Omnia comedenti befallen sein könnte. Auch der gesteigerte Verbrauch von Toastbrot, Haarwaschmitteln und Tomatenketchup sind zwar nicht beweisend aber verdächtig.
Kommt dazu das plötzliche Fehlen von Kleidung im Schrank, wie zum Beispiel T-Shirts, Socken oder Herrenunterhosen, ist es wahrscheinlich, dass sich im Haus einige männliche Culus malicious eingenistet haben.
Das Auftreten des Einzelsockenphänomens, das gekennzeichnet ist durch das unerklärliche Entschwinden des Zweitsocken, ist ebenfalls ein Warnhinweis.

Wenn dann noch Spuren abgesetzten Kots in einer Porzellanschüssel zu finden sind, gilt höchste Wachsamkeit.
Ein Befall mit Omnia comedenti domum lavendulae ist eine Situation, mit der nicht leichtfertig umgegangen werden sollte, da es zu großen Schäden kommen kann.
Es ist unumgänglich, umgehend darauf zu reagieren.

So empfiehlt es sich, beim Einkauf der Lebensmittel auf den Verzicht von Zucker und Konservierungsstoffen zu achten. Keine Süßwaren, keine Chips, keine Tiefkühl-Waren, stattdessen sollte der Kühlschrank mit Gemüse, Gemüse, Gemüse und fettarmem Käse befüllt werden.
Auch in der weiteren Vorratshaltung muss unbedingt darauf geachtet werden, auf zuckerhaltige Waren zu verzichten.
Süße Cerealien sind zu vermeiden, stattdessen können ordinäre großblättrige Haferflocken gelagert werden. Fettarme H-Milch ist ebenfalls der normalen Frischmilch vorzuziehen. Ketchup, Majonaise und Remoulade sind nicht förderlich und darum nicht empfehlenswert.
Bei Verdacht auf Omnia comedenti Befall sollte niemals Limonade oder Cola im Haus sein. Das einzige Getränk sollte Leitungswasser sein. Im Zweifelsfall geht auch Tee, hier aber speziell der für die Omnia comedenti sehr unangenehme Salbeitee. Auf diesen Tee reagieren neunundneunzig Prozent der Omnia comedenti allergisch, weshalb sie ihn nicht einmal mit dem Anus beachten.

Ein solcher Befall kann mehrere Jahre bis Jahrzehnte dauern. Je konsequenter den Omnia comedenti jedoch die Lebensgrundlage entzogen wird, desto eher wird das Haus vom Schädlingbefall befreit werden können.
Auch das Abschalten des heißen Wassers in der Zeit von einundzwanzig Uhr bis sieben Uhr morgens ist eine unterstützende Maßnahme.
Das Verzichten auf Duschgel und die Rückkehr zur guten alten Kernseife ist ebenfalls zu empfehlen.

Sollte all das nicht zum gewünschten Ziel führen, kann als letzte Maßnahme der Einsatz von akkustischer Abschreckung überlegt werden. Dies bedeutet in der Regel zwar auch für den normalen Bewohner eine enorme Belastung, diese lässt sich aber durch den Einsatz ohrenverschließender physikalischer Maßnahmen deutlich reduzieren.
Bei der akkustischen Abschreckung sind Zeitpunkt und Programmauswahl von enormer Bedeutung.
Am Besten wirkt sie sonntagsmorgens um sieben Uhr dreiundzwanzig mit einer Stärke von neunzig bis einhundertzehn Dezibel. Volksmusik und alte Schlager sind sehr geeignet. Rex Guildo, Wildecker Herzbuben, Margot und Maria Hellwig aber auch die Regensburger Domspatzen sind sehr vielversprechend in der akkustischen Abwehr.

(Jemand hat meinen Pudding gegessen und ich bin sehr, sehr traurig.)