Jahrestage kann ich mir nicht gut merken. Normalerweise kann man mich fragen, wann dies und jenes geschehen ist und ich weiß, dass es geschehen ist. Nur wann, das entzieht sich meiner Erinnerung. Ungefähre Jahreszahlen, die Jahreszeit vielleicht, mit viel Glück ein Monat. Höchst selten ein genaues Datum.

Aber heute weiß ich genau, es ist ein Jahr. Und schon den ganzen Tag laufe ich nicht rund. Bleibe hängen und das Leben und Sterben vor genau einem Jahr ist in mir und vor meinen Augen.
Dann stehe ich unter der Dusche, singe ein Lied und breche in Tränen aus, die sich mit dem Schaum der Seife mischen. Unter der Dusche zu weinen, das geht gut. Dort ist man mit sich selbst allein und erwartet nichts.