Jetzt schreib halt was, denke ich, nur um mich rekordverdächtig schnell und jammerig zu fragen: Ja, aber was denn?
Ist doch alles nicht beschreibenswert, sage ich mir. Der schwächelnde Akku des Handys ist komplett langweilig.
Eben hätte ich fast eine Idee gehabt, leider ist sie, noch während ich darüber nachdachte, wie man das schreiben kann, verschwunden. Hat sich aufgelöst in meinem Gehirn. In Nichts verwandelt.
Ich könnte erklären, wie man ausrechnet, mit wieviel Energie, sprich Newton, ein neunundneunzig Kilogramm schwerer Astronaut auf dem Mond aus einer Höhe von fünfundsechzig Zentimetern auf den Hintern knallt. Sowas muss man rechnen können, wenn man in der zehnten Klasse ist. Und wenn man es nicht kann, ist es empfehlenswert, eine Mutter zu haben, die es mit Hilfe einer Internetseite, welche den hübschen Namen Physiknerd trägt, lösen kann, das Problem der mondlichen Arschbombe.
Aber wen interessiert das?
In einer hübschen Anekdote könnte ich auch berichten von dem toten Kirschbaum im Garten, der wackelte wie Götterspeise und darum umgeschubbst werden sollte. Der Gutfrisierte machte sich ans Werk und nach fünf Minuten wollte er entnervt aufgeben. „Dafür brauche ich mindestens einen Tag…“, stöhnte und ächzte er. Da kam der Freund der Nachbarin ums Eck. Ich sprang auf ihn zu und fragte ihn: „Luggile, was meinst du, wie kann man den Kirschbaumtotempfahl umlegen…?“ und hatte kaum zuende gesprochen, da hing der Berserker schon im Baum und fünfzehn Minuten später lag die zwei Meter lange Baumruine horizontal am Randstreifen des Gartens.
Gut, er hat eine Kettensäge zur Hilfe genommen und damit im Wurzelwerk herum geaast.

Aber auch ohne hätte er nicht viel länger gebraucht.
Und das alles mit Zigarette im Mundwinkel und Hauspuschen an den Füßen.
Da wäre Potential drin, in so einer Erzählung. Und auch Spannung, immerhin gab es drei Blutstropfen durch eine Hautabschürfung, weil ein Berserker eben keine Handschuhe braucht.
Nur bin ich gerade so unspektakulär und erzählungslangweilig.

Es gibt schon Themen, die mir unter den Nägeln brennen. Obwohl, nein, es brennt gar nicht. Es gibt Themen, mit denen ich mich innerlich sehr beschäftige und mit denen ich mich auseinandersetzen muss. Neben Akkustörungen, der Mondanziehung von eins Komma sechs zwei g Fallgeschwindigkeit und einem Kirschbaum.

Aber davon zu schreiben, das ist viel zu anstrengend.
Darum nur soviel:

Wieviel Schokolade passt heute noch in mich rein?