Es ist so schön, wenn man sich freut. Und sich über etwas zu freuen, das hält jung, entspannt und ausgeglichen.
Anderen eine Freude zu machen, bedeutet immer auch Freude für einen selbst. Weshalb ich das sehr gern tue. Der andere freut sich und ich mich gleich mit. Jeder hat etwas davon, alle sind zufrieden.

Meine Schwester zum Beispiel, kann sich so wundervoll freuen. Sie freut sich über Abendessen, Kartoffelbeete und eine müde gespielte Tochter. Es geht so gut, ihr eine Freude zumachen.
Den Gutfrisierten zum Gefühl der Freude zu bewegen, das ist ungleich schwerer bis hin zu fast unmöglich.
Oder ich habe nicht die richtige Wahrnehmung dafür.
Es kann durchaus sein, dass er sich freut, ganz tief in sich. Es kommt nur nicht bis nach draußen. So habe ich ihm zum Geburtstag damals, also vor ein paar Monaten, keine Überraschungsparty zum halben Jahrhundert geschenkt, weil ich wusste, seine Freude würde sofort und endgültig dahinsiechen.
Nachdem sein Nuschelfreund Bob immerhin den Nobelpreis bekommen hat, hielt ich das für das Zeichen, er müsse den Meister, also den Nuschelmeister, nicht den Baumeister, Bob einmal in Echt sehen. Zu Weihnachten hatte er schon die kompletten Texte des Bobs vom Christkind von mir bekommen, da war ein Besuch eines Nuschelkonzerts doch naheliegend.
Und so besorgte ich zwei Karten, damit er mit seinem besten Musikfreund in die altbiertrinkende Nachbarstadt fahren und sich benuscheln lassen konnte.
Ich dachte, wenn er an seinem Geburtstagsmorgen dieses Geschenk auspackt, dann freut er sich ein Loch in den Bauch. Wie ein Schneekönig freut er sich. Oder wie Bolle, ein Schnitzel oder sonstwer.
Er packte sein Geschenk aus und sagte: „Hmm, aha.“
Dann war Stille und er trank einen Schluck Kaffee.
Ich musste es einfach fragen, ich konnte nicht anders.
„Freust du dich?“
„Hmm, ja.“
Ein weiterer Schluck Kaffee.
Ich fing an zu erklären, warum und wieso ich ihm den Zugang zum Nuschelkonzert verschaffen wollte, und dass er doch noch nie den Meister live gesehen habe und es in dem Alter und den Erfahrungen des letzten Jahres jederzeit auch vorbei sein könnte und er ihn dann nie gesehen haben würde.
„Hmm, ja. Ich mag ja nicht so große Konzerte.“
„Freust du dich nicht?“
„Hmm, doch, schon.“

Und da lobe ich mir meine Schwester.
Ein Stück Erde im Garten, ein paar selbst geerntete Zucchini, die in der Pfanne gebraten, mit Salat und anderem Schnickschnack zum Abendessen angeboten werden und schon huscht ein Ausdruck von Glückseligkeit über die ganze Person.
Und wenn das so ist, dann freue ich mich.