Es gibt Tage, an denen es ein gewisses Risiko darstellt, das Wort an mich zu richten. Tage, an denen man am Besten gar nicht mit mir spricht. Ich versuche an diesen Tagen stets, es zu signalisieren.
„Sprich nicht mit mir!“ strömt aus jeder Pore meines Körpers.
„Mach auf keinen Fall Lärm!“ drückt mein ganzer Körper aus.
„Lass mich in Ruhe, nur zu deiner eigenen Sicherheit.“ ist die Information, die mein Körper weitergibt.
Wenn man nur den Hauch von Empathiefähigkeit besitzt, dann ist es möglich, das wahrzunehmen.
Es sei denn…, ja, es sei denn man ist männlich oder in der Pubertät oder beides.

Und so kämpfe ich heute den ganzen Tag mit einem unbändigen Gefühl des Zorns in mir, es rauscht mir den Hals rauf und runter und ich habe das dringende Bedürfnis, eine Auseinandersetzung auf körperlicher Ebene zu führen. Um es kurz zu sagen, ich möchte irgendwem mal so richtig eins aufs Maul geben.
Einmal ausholen und einfach draufkloppen.

Was ich brauche:
Ruhe, Stille, Ruhe und Stille.
Was ich habe:
Nölende Wolkenköpfe, durchgeknallte Spätpubertisten und einen musikhörenden Mann mit guter Frisur.
Was ich möchte:
Alle in einer Reihe aufstellen und pitschpatschpinguin…
Was ich in der Realität tue:
Atmen. Eine Minute durchstehen. Weiter atmen. Noch eine Minute.
Atmen. Eine Minute ohne den Plattenspieler zertrümmert zu haben.
Stolz sein.
Den Hass fluten lassen, durch mich durch, aus mir hinaus.

Meine Güte, diese Stürme sind nicht so angenehm. Hoffentlich ist morgen die Hormonlage wieder etwas ausgeglichener.