Bald ist sie überstanden, die heilige Zeit.
Welche Freude.

„Wenn du nicht brav bist, gibt es nichts vom Christkind.“
„Wenn das das Christkind sieht.“
„Wenn das das Christkind hört.“
„Wenn das das Christkind erfährt.“
Würde es das Christkind geben und es würde wissen, was in seinem Namen an pädagogischer Arbeit läuft, und wäre es nur einen Hauch reflektiert, das Christkind würde sich in hysterischen Krämpfen am Boden winden. Und den frechen, den unverschämten, den traurigen Kindern noch eine Extraportion Geschenke mitgeben.

Es gibt aber kein Christkind. Und somit sind es Eltern, die sich hier die Hände schmutzig machen mit den miesen Tricks der Erpressung.
Damals war es normal, dass Kinder gefügig gemacht werden sollten. Sie sollten funktionieren. Höflich sein, freundlich, keinen Dreck machen und keine Ansprüche stellen. Sie sollten keinerlei Aufwand verursachen. Und das Christkind war willkommen in diesem System. Oder der Weihnachtsmann. Der Nikolaus. Die ganzen Gesellen.
„Du bekommst etwas von uns, wenn du nur brav bist und unseren Erwartungen entsprichst.“
Wenn nicht, spring über die Klinge.

Positiv, ich will doch positiv denken.
Gut. Nehmen wir doch einfach an, Wut, Zorn und Enttäuschung könnten positiv auf das Leben wirken.
Und es würde helfen, diesen Empfindungen einfach einmal freien Lauf zu lassen.
Versuchen wir`s?
Ja.
Also los:

DU VERDAMMTES UND VERSCHISSENES WEIHNACHTSFEST, DU HAST MIR SO OFT DEN LETZTEN NERV GERAUBT. WIEDER UND WIEDER HAST DU MICH DAZU GEBRACHT, ZU HOFFEN, ZU WÜNSCHEN, ZU WOLLEN UND IMMER GAB ES DAFÜR AUF DIE FRESSE. DU KANNST MICH MAL KREUZWEISE AM ARSCH LECKEN.

Besser? Nein.
Nochmal versuchen.

Weihnachten, nur ein Tag im Jahr. Eh egal.
Über siebzehntausend Tage hat mein Leben schon gedauert. Und nicht einmal fünfzig Tage davon waren Weihnachten. Merkste was?
Weihnachten, blas nicht so die Backen auf. Hauptsache es gibt leckeres Essen.

Besser? Ein bisschen.
Leg nach.

ICH BIN EIN SEHR GROßER FREUND DES OSTERFESTES.

Nimm das, Weihnachten. Und jetzt geh doch heulen.