Es ist ein Empfinden im Bauch. Ganz sicher, es ist im Bauch. Und da dreht es sich hin und her. Rauf und runter. Verdammt unangenehm, das Ganze. Ein bisschen wie zwei Bissen zuviel, obwohl es eben noch so gut schmeckte. Dazu fangen die Beine an zu wibbeln. Innerlich. An den Knochen entlang. Und dann steigt es immer weiter auf, Richtung Kopf.
Mit tiefen Atemzügen versucht man, es in den Griff zu kriegen. Wenn man kurz vorm Kotzen ist, dann atmet man genauso. Oder kurz vorm Gebären.
Klappt aber nicht. Es entwindet sich dem Griff und wird mit jedem Augenblick ein bisschen wilder. Und wächst. Und wächst.
Was ist das nur?
Ein Gefühl ist es. Einfach ein Gefühl.
Der Kopf wird immer voller, die Augen zappeln hin und her, die Ohren hören ein Rauschen wie von wildem Wasser. Der ganze Körper ist gefüllt. Und es will raus. Es will einfach nur noch raus. Mit einer gewaltigen Woge will es sich befreien.
Warum bin ich so unglaublich wütend?
Was treibt mich so auf die Palme?

Es ist ein Wort. Ein einziges Wort. Vielleciht. Ich hasse vielleciht.
Warum schreibt sich vielleicht nicht einfach vielleciht?
Dann müsste ich mich jetzt auch nicht so unangemessen irre fühlen.

P.S.:
Es lag nicht am vielleciht. Denn vorhin fuhr der Bürgerbus mit fünfundzwanzig Stundenkilometern vor mir her. Erschütternd, was das aus mir machte. Gut, da sitzen rohe Eier und uralte Leute drin. Aber fünfundzwanzig Stundenkilometer auf der Landstraße? Ich muss doch sehr bitten.
Und am Bankautomaten waren drei Leute vor mir. Zwei davon holten Kontoauszüge. Haben die sonst nichts zu tun? Und die letzten Auszüge hatten die vermutlich zweitausendvierzehn geholt. Oder die haben eine Menge Traffic auf dem Konto. Wer weiß. Es dauerte und dauerte und mir saß die Zeit im Nacken. Denn ich hatte die Zeit verpeilt und darum vergessen, Wolkenköpfchen zur Nachhilfe zu bringen.
Und dies. Und das. Und von den Tappas am Abend ist mir jetzt kodderich. War zuviel.
Was für ein Segen, dass es hier in diesem Land so strenge Waffengesetze gibt. Manchmal traue ich mir selbst nicht.