Doch, der Rücken erholt sich. Langsam zwar, aber man weiß ja, gut Ding will Weile haben. Auch das in der Kettenreaktion in Auflösung begriffene Knie links und das jammernde Knie rechts zeigen eine Bereitschaft, ihren Dienst zu verlängern.
Dass der Magen mit einer vulkanähnlichen Säureeruption mein Leben ungemütlicher machte, was soll es denn. In Zeiten der Körperoptimierung muss man das als moderne Frau mit einem Lächeln unter: Wie gut, ein Kilo weniger ohne zu kotzen! verbuchen.
Großartig.

Ja, der Körper. Mitunter ein Quell der Sorge, der Entnervung. Einiges ließe sich besser ertragen, wenn nicht im entscheidenden Augenblick, dem Moment, in dem man wirklich ein bisschen Unterstützung braucht, die Schwerkraft bösartig wird.
Der Rücken schmerzt und die brennende Brühe aus dem Inneren kommt einem hochgeschossen, sobald man sich vorbeugt. Die Knie heulen, wenn man statt der Rumpfbeuge die gute alte Kniebeuge praktiziert. Ungefähr fünfhundertmal. Denn die Schwerkraft, dieses Miststück, sorgt dafür, dass alle paar Sekunden irgendetwas zu Boden rauscht.
Taschentücher, Gabeln, Obst, alles greift sich diese kleine Schlampe und befördert es in den Fußraum. Und als nicht voll funktionsfähiger Mensch mit Matschkörper ist man ein Opfer. Ich bin ein Opfer. Ein Opfer der Schwerkraft.