Alter Schwede!
Nein, vielmehr Alter Engländer!
Die Performance von Kate am heutigen Tag hat mich wirklich aus den Socken gehoben. Gut, auch bei Kind Nummer eins und Kind Nummer zwei war sie schon wie aus dem Ei gepellt daher gekommen. Bei Kind Nummer drei innerhalb von vier Jahren aber immer noch die Stufen des Krankenhauses herunterzukommen, als wäre sie eben nur ein oder zwei Stündchen bei der Kosmetikerin gewesen; Respekt.

Und dann denke ich daran, wie ich aussah, nach Kind Nummer eins, zwei und drei. Mein lieber Herr Gesangsverein. Es gibt Fotos davon. Ich schaue sie nicht gern an.
Nach Kind Nummer eins, Stunden, Stunden, Stunden, es zog sich, Medikamenten von ausgesprochener Güte, PDA und allem Zipp und Zapp sah ich aus, als hätte mich der Riese Timpetu durchgekaut und ausgekotzt. Davon mal ganz ab hätte ich meine Füße ums Verrecken nicht in Pumps geschoben bekommen, es sei denn, es wären die Pumps von besagtem Riesen gewesen.
Desweiteren bescherte mir ein gebrochenes Steißbein einen eierigen Gang.
Gut, Kind Nummer zwei ging so viel besser, es war gradezu ein Spaß, ihn zu gebären. Im Vergleich zum ersten Kind. Im Vergleich zu einer Zahnarztbehandlung… ach, lassen wir das.
Nach zwei Stunden im Kreissaal haben wir das Krankenhaus wieder verlassen. Ohne Pumps und Kleidchen, dafür verschwitzt, verklebt, verschattet um die Augen.
Kind Nummer drei hat etwas auf sich warten lassen, nicht zu lange aber ein bisschen. Während der Geburt schwirrte mir ein Satz wie ein Mantra durch den Kopf und kurz vor knapp brüllte ich ihn einfach aus mir heraus.
WIE BESCHEUERT KANN MAN BITTE SEIN, DIESE SCHEIßE DREIMAL ZU MACHEN? ERSCHIEßT MICH!!
Ob Kate das wohl ebenfalls dachte und brüllte? Oder ob sie royale Zurückhaltung übte?
Auch nach dieser Geburt verließen wir zügig das Hospital. Und ich ging, als hätte ich Probleme mit meinem Körper. Hatte ich auch. Es füllte sich an, als hätte ich Backsteine geschissen als wäre ich im Genitalbereich zerhäckselt worden als hätte ich meine innere Mitte verloren. Ich fühlte mich etwas leer. Meine Lunge hatte zuviel Platz und meine Gedärme rutschten fast durch den Beckenboden waren nicht mehr optimal befestigt. Mein Kreislauf war angeschlagen und die Erinnerung an den sehr großen Klumpen koagulierten Blutes, der mir nach dem Aufstehen einfach so herausrutschte und mit einem Geräusch wie ploppklatsch auf dem Boden zersprang verfolgte mich.
Ich hätte nicht winken können. Ich musste mich irgendwo festhalten.
Und gelächelt habe ich vielleicht auch nicht. Aber das weiß ich nicht mehr, möglicherweise doch. Es ist etwas schwammig in der Erinnerung.
Ich war jedenfalls froh, als ich zuhause in meinem Bett lag, die beiden großen Kinder, die zwei und fünf Jahre alt waren, in ihren Betten lagen und schliefen und der Rest der Welt konnte mich mal so richtig gern haben.

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass Kate jetzt in ihrem Bett liegt und sich, statt auszusehen wie aus dem Ei gepellt, ein Ei auf alles pellt.