Nah standen wir uns nicht. Darum ist die Trauer diesmal ein melancholisches Kissen mit Gedanken über verpasste Möglichkeiten und Unglück. Nicht so wild und zehrend wie vor zwei Jahren, als mein Vater starb. Nicht so unheilbar, untröstlich wie vor einem Jahr, als meine Herzensfreundin starb. Nicht so erschreckend und verletztend wie vor vier Jahren, als mein Onkel starb. Nicht so unbeteiligt wie vor bald zwei Jahren, als mein Schwiegervater starb.
Und vielleicht ist meine Ressource, trauern zu können, einfach ein bisschen erschöpft.
Eine melancholische Trauer also. Ein wehmütiges Lächeln. Der Gedanke, nun ist es wieder einer weniger. Meine Tante. Unerwartet. Mit neunundfünfzig Jahren. Nach einem Leben, das ich so nicht hätte haben wollen. Aber es war ihres; und wie es ihr darin ging, wer bin ich, darüber zu urteilen.

Die Trauerarbeit geht weiter.