Heute ist es schon ein bisschen später, denn die Suche nach einem geeigneten Restaurant gestaltete sich noch schwieriger als bisher.
Es war der Tag, an dem das kleine Restaurant, welches wir schon vor Jahren besuchten, als wir damals im kalten Winter gemeinsam als große Familie das Überleben des Fürsten feierten, endlich nicht mehr Ruhetag hätte haben sollen. Wir fuhren mit einer wunderbaren Vorfreude im Bauch vorbei am See, vorbei am Alpen-Coaster, kamen endlich an und dann… hing ein Schild an der Tür. Sommerferien.

JA SAGT´S MAL, SPINNT´S IHR??

Das kann doch wohl nicht ernst gemeint sein. Keine Info im Internet, wo ich die Ruhetage checkte, keine Anrufbeantworteransage, die ich hätte hören können, als ich am Mittag einen Tisch reservieren wollte. Nichts. Dann nur dieser schäbige Zettel an der Tür. Ferien. Sommerferien.
Die Gesichter waren lang. Und die Laune war lang. Im Urlaub ist das Essen halt eine sehr zentrale Angelegenheit. Das ist wichtig. Und wenn man sich massiv auf bestimmte Speisen freut, ist man eben ungehalten, wenn man diese nicht bekommt.

Aber wir sind bekanntlich rheinische Frohnaturen, weswegen wir uns nicht lange grämten sondern einfach ein bisschen im Allgäu herumirrten, über China-Restaurants, Kebab-Städtle und Gyros-Büdle diskutierten.
Dann wurde ein Käsebrot vor dem Fernseher angesprochen, was in letzter Sekunde mit einem Parkplatz vor einem Brauhaus abgewendet wurde.
So gab es deftiges Essen. Kasspatzen mit geschmelzten Zwiebeln. Und ich vermute, ich habe erneut eine Käsevergiftung, da ich am Mittag auch zwei Lakritzschnecken gegessen hatte und einen Pfirsich, wenn auch keine Mirabellen. Es scheint jedoch so zu sein, dass die Vergiftung dieses Mal schleichender ist und sich alles ein bisschen verhaltener aufpumpt.

Ansonsten hatte der Tag wieder viel zu bieten. Wettertechnisch war von Sonne über Regen bis hin zu Blitz, Donner und Regenbogen alles dabei. Es gab eine Fahrt in die höheren Berge, bei der ich feststellte, dass ich Serpentinen zwar fahren kann, aber geradeaus und ebenerdig, weniger Thrill und Gegenverkehr bevorzuge. Wir waren kurz in Österreich, aber nicht lange, sind nur einmal auf einem Parkplatz kurz ausgestiegen und dann wieder zurückgefahren. Das Wetter in Österreich war scheußlich.
Danach entschloss sich der Gutfrisierte, ein weiteres Mal auf Wanderklettertour zu gehen. Das durfte er heute allein tun. Das Wolkenköpfchen und ich fuhren zu Einkaufsmöglichkeiten und erfreuten uns mit allerlei Schnickschack wie zum Beispiel Senf, Karlsbader Oblaten und ein paar Baumwollschlüppern.

Als wir wieder zurück in der Allgäu-Finca waren, fehlte der Gutfrisierte noch. Es war schon zu etwas vorgerückter Stunde und es grummelte bedenklich über dem Berg, so dass ich ihm Nachrichten auf das Handy schickte und versuchte, ihn telefonisch zu erreichen. Natürlich erfolglos. Als ich kurz davor war, die Bergrettung anzurufen, wobei ich schon überlegte, wie fesch die Retter wohl sein würden und ob ich mit einem von ihnen würde anbandeln können, wenn er meinen am Berg verloren Mann nicht würde finden können , da kam er den Berg heruntergerannt, im Nacken ein kleines bisschen Gewitterfurcht. Da brauchte ich nicht weiter etwas zu sagen, das reichte als Strafe vollkommen.

Das Gelächter-Highlight des Tages war die Aussage vom Wolkenköpfchen, sie müsse mal Fisch essen. Ja, sagte der Gutfrisierte, das sei in einem Jodmangelgebiet wie dem Allgäu eine gute Idee. Ach, antwortete sie, Jod wäre ihr egal, Hauptsache wäre doch, sie bekäme keine Crocs. Was denn Fischessen mit Gummischluffen zu tun habe, wollte der Gutfrisierte wissen, woraufhin ihre Augen groß wurden. Wieso Gummischluffen? Das Ding am Hals meine sie. Crocs halt.
Es ist so wunderbar, wenn sie Dinge verwechselt. Und ich werde zum klassischen Kropf vermutlich noch länger Crocs sagen.

Morgen wird das Wetter völlig nass und frisch, weshalb erst einmal ordentlich ausgeschlafen wird und weshalb ich mir jetzt, zu dieser späten Stunde, noch irgendeinen Film reinziehen werde. Damit ist der fünfte Tag vorbei.