Es ist regnerisch und ich habe einen Deal ausgehandelt. Killerdog geht mit dem Hund in das stürmische und nasse Wetter hinaus und ich räume dafür die Küche auf, die er mit seinen Kochanfällen verunreinigt hat.
Fünfhundert Gramm Käsetortellini mit Tomatensoße hat er sich gekocht und brav alles aufgegessen. Danach beklagte er sich über Magendrücken und so empfahl ich ihm eine Runde mit dem Hunde und ich machte es ihm schmackhaft mit dem Reinigungsverzicht seinerseits meinerseits. Oder so.

Ich denke, es war eine Win-Situation für mich, denn auf Regenwetter habe ich zwar generell schon Lust, denn hier ist es immer noch trocken wie in der Wüste, aber auf Rumlaufen im kühlen Nass kann ich sehr gut verzichten.

Nachdem ich die Küche gereinigt hatte, was exakt drei Minuten dauerte (und wieder ein Win für mich!), schnappte ich mir ein Tütchen Pistazien und legte mich aus gesundheitlichen Gründen in die Ecke.
Ich riss das Tütchen auf, nahm die erste Pistazie zur Hand und ohweh, es war nichts drin. Aber als alter Pistazienvernichter weiß ich, dass Pistazien gern aus der Schale flüchten und dann am Tütengrund auf mich warten.
Die zweite Pistazie war leer. Die dritte? Leer. Und so ging das weiter und weiter.
Und ich war irgendwann enttäuscht. Sehr enttäuscht. So enttäuscht, dass ich anfing, die leeren Pistazien zu zählen. Und dann zählte ich die gefüllten Pistazien. Und die losen. Als ich alles durchgezählte hatte, dachte ich, es sein an der Zeit, der Pistazienfirma einmal ein paar warme Worte zu schicken, wo ich doch kürzlich schon ans Radio geschrieben hatte. Also nicht lange gezaudert und eine Nachricht verfasst:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
gestern kaufte ich mir eine Tüte Kalifornische Pistazien.
Voller Vorfreude öffnete ich heute die Tüte, nahm die erste Pistazie heraus und wollte mit dem Genießen loslegen.
Die Pistazie war leer.
Kein Problem, dachte ich, sie wird irgendwo in der Tüte herumschwirren.
Und nahm mir die nächste. Die Pistazie war leer.
Und wieder dachte ich, da bekomme ich gleich Pistazien, bei denen muss ich gar nicht erst die Schale knacken.
Die dritte Pistazie war leer. Die vierte ebenfalls.
Nun wurde ich etwas unruhig und schüttete den Inhalt aus der Tüte.
Von den insgesamt 122 Pistazien in der Tüte, ja, ich hatte gerade nichts anderes zu tun und habe sie gezählt, was ich selbst höchst verwunderlich finde, da ich eigentlich nicht auf Erbsenzählerei, geschweige denn Pistazienzählen stehe, von den 122 Pistazien waren 21 leer. Einfach nichts drin. Und es befanden sich gerade einmal 2,5 Pistazien lose in der Tüte.
Die restlichen 101 Pistazien waren natürlich perfekt.
Nur die 21 leeren Hüllen haben mich schon verwundert.
Vielleicht kontrollieren Sie einmal Ihre Pistazieneintütmaschine, ob da alles richtig läuft.
Damit nicht noch mehr Tüten bei mir landen, bei denen ich Anwandlungen von Pistazienzählerei erleide.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen,

Frau Lavendel“

Jetzt geht es mir wieder besser. Und nach all der Zählerei fiel mir ein, dass ich wirklich gern einmal wieder etwas mit Erbsen essen würde.