Zahnfee?

Die Zahnfee? Gibt es nicht. Bei uns gibt es einzig und allein das wahre, das wirkliche, das reale Zahnmännchen.
Also mich. Ich war das Zahnmännchen. Und ich weigerte mich von jeher, eine Zahnfee zu sein. Kann sein, dass es daran lag, dass mir immer eine gewisse Trampeligkeit unterstellt wurde. Und ein dicker Hintern. Von familiärer Seite aus. Nein, in meiner Kindheit gab es keine Bodypositivity. In meiner Kindheit gab es viel Kritik.
Darüber schreibe ich mal ein Buch. Eines, das vermutlich strotzen wird von Schmerz, verletzten Gefühlen, Drama, Alkohol und Tragödien. Ich behaupte dann, es ist ein Roman mit autobiografischen Zügen oder so.
Wie auch immer, mit diesem Selbstbild war ein Leben als Zahnfee nicht möglich, denn Feen sind elfenzart. Ich kam also wegen fehlender körperlicher Feen-Attribute als Zahnmännchen daher. Was sich als Zahnfrauchen auch nicht besser ausnehmen würde.
Ich habe meinen Kindern ziemlich viel Geld unters Kopfkissen geschoben, im Laufe der Jahre. Und Kinder verlieren eine Menge Zähne. Um nicht zu sagen, es sind Unmengen. Vierundzwanzig Milchzähne mal drei und dann noch vier bleibende habe ich im Laufe der Jahre als Zahnmännchen bezahlt. Selbst ausgerissene und ausgerissen wordene.
Mag sein, als Zahnmännchen habe ich die ein oder andere Deadline verbummelt.
„Jetzt ist der Zahn schon fünf Tage raus und das Zahnmännchen war immer noch nicht da!“
Ja, das Zahnmännchen hat manchmal auch noch andere Sachen zu tun. Handelt es sich doch um ein Multifunktionswesen.
Irgendwann hat man dann echt die Schnauze voll von Zähnen und Zahnmännchen und dem ganzen Dentalkram. Dann gibt es eine kurze Latenzphase, in der herrscht Zahnruhe. Das ist eine herrliche Zeit.
Sie währt bedauerlicherweise nicht lang genug. Es kommt die Phase „Meine Zähne sind schief“ und da hilft alles nichts, keine Erklärung, dass individuelle Zahnstellungen in Ordnung sind, dass jeder ein eigenes Gebiss hat oder dass der Bruder es vor acht Jahren nicht so gemeint hat, als er Vergleiche zwischen schwesterlichen und Nagetierzähnen zog. Es folgte also eine neue Zahnära. Die Ära des Schiebens. Und dafür mussten Weisheitszähne aus dem Weg geräumt werden, denn Weisheitszähne sind im Weg. Immer. Wenn man den Kieferottos glauben darf.
Also wurden vier Stück davon aus Wolkenköpfchens Mund geholt. Das war kein Spaziergang, das war ein unangenehmer Querfeldeinlauf. Bei extrem schlechten Wetter.
Und wer kam nicht? Das Zahnmännchen. Das Zahnmännchen hat echt eigene Probleme, so sieht es aus. Das Zahnmännchen hat auch Zähne im Mund.
Und weil einer davon so heruntergekommen war wie eine gammelige alte Schlossruine, kam auch das Zahnmännchen in den Genuss einer Zahnextraktion. Und einem Zahnmännchen legt keiner Geld unter das Kopfkissen. Schon mal überhaupt nicht, wenn der Zahn im Tausch nicht angeboten werden kann, wenn der Zahn in acht kleine Stücke zersägt und zerbröselt werden musste.
Ein Zahnmännchen für das Zahnmännchen gibt es überhaupt ganz und gar nicht.
Und das macht mich ein bisschen traurig. Denn vielleicht käme ich mit dem Verlust dann besser zurecht. Ich meine, es war ein Teil von mir, der mir aus dem Oberkiefer herausgepult wurde. Ein Stück ich, welches jetzt im Zahnarztmüll entsorgt wird. Und dieser Zahn hat wirklich eine klaffende Lücke in meinem Leben hinterlassen.
Beim Wolkenköpfchen waren die Weisheitszähne ja noch nicht mal richtig zu sehen. Sie steckten noch im Kiefer drin. Da konnte sich noch gar keine richtige Beziehung entwickeln. Aber mein Zahn, der war schon immer da. Er hat mir vor vielen Jahren auf der Insel Fanö mehrere schlaflose Nächte eingebracht. Er wurde dreimal an der Wurzel gepackt und behandelt. Er hatte an seiner tiefsten Stelle einen wunderbaren kleinen Abszess entwickelt, der spontan und von selbst abheilte. In ihm steckten Amalgam, Kunststoff, ein Inlay, mehrere Provisorien. Und als ihm einmal Medikamente in den Wurzelkanal gepritzt wurden, teilte er sie selbstlos mit der Kieferhöhle.

Dieser Zahn ist nun weg. Rausgerissen aus meinem Leben. Und was bleibt, ist erst einmal ein Loch. Ein tiefes Loch. In diesem Loch verschwand gestern ein Stück sehr, sehr weich gekochte Nudel, die sich nur mühsam und unter Tränen davon überzeugen ließ, das Loch wieder zu verlassen.

Jeden Morgen schaue ich unter mein Kopfkissen, aber da ist nichts. Kein Geld. Nichts. Außer ein paar ausgefallene Haare und Flusen. Die hat ganz sicher kein Zahnmännchen hingelegt. Und keine Zahnfee. Ich könnte mir selbst was hinlegen. Fände ich aber irgendwie nicht befriedigend.

Und das führt mich zu den großen Fragen, die ich mir bisher noch nie gestellt habe.
Bekommt eigentlich das Christkind was vom Christkind geschenkt?
Rufen Taxifahrer sich ein Taxi?
Gehen Zahnärzte zum Zahnarzt?
Glaubt Gott an Gott?

Mir tut der Zahn weh. Phantomschmerz, denke ich.

Mülleimer

Ich bin der Mülleimer. Eigentlich ist er bis obenhin voll. Es passt kein Bonbonpapier mehr rein. Und trotzdem wird gleich noch eine leere Konservendose, ein leerer Milchkarton, eine Gummibärchentüte und zwei Joghurtbecher dazugepresst. Mit aller Macht wird alles zusammengestaucht, damit noch ein bisschen mehr Abfall Platz findet im Eimer.

Irgendwann dreht sich das Blatt, der untere Müll rebelliert und mit einem schleimigen Geräusch drückt er von unten den Dreck nach oben und alles, was vorher gequetscht, gefaltet, gedrückt wurde, springt aus dem Eimer und verteilt sich auf dem Boden. Zumindest die letzten vier bis acht Pressungen.

Und dann? Stehen alle da, schauen sich das Malheur an und fragen sich: Wie konnte das passieren?
Ja, wie denn wohl? Es ist doch ersichtlich, dass nichts mehr reinpasst, wenn der Deckel nicht mehr zugeht. Da muss man doch kein Studium der Atomphysik mit summa cum laude abgeschlossen haben. Das sagt einem der normale Menschenverstand.
Der Deckel steht auf, der Müll guckt schon raus, da stopft man besser nichts mehr dazu.

Ich als Mülleimer mache ja nur meinen Job. Ich kann nicht anders. Immer her mit dem Müll. Was soll ich auch tun? Wie mich wehren? Es liegt in meiner Natur, den Müll aufzunehmen. Und es ist mir schrecklich peinlich, wenn ich inkontinent werde und den Müll nicht halten kann. Dann schäme ich mich, denn ich habe meine Arbeit nicht gut genug getan und um mich rum ist alles schmutzig.

Es war nicht mein Traum, Mülleimer zu werden. Ich hätte mir auch ganz andere Lebenswege vorstellen können. Nur manchmal passieren einem die Dinge einfach und die Entscheidungsmöglichkeit ist recht gering. Es hätte mich sicher schlimmer treffen können, ich hätte Windeleimer in Berlin werden können. Aber ich hätte auch Eimer für Popcorn werden können. Oder für Schaumerdbeeren. Oder lindgrüne Wandfarbe.

Was soll`s.
Mülleimer ist Mülleimer.

(Ein Schelm, wer Metapher ruft.)

No fun

Die Welt, ein steter Quell der Freude. Und weil das so ist, bin ich so gut gelaunt, dass ich einfach nicht dazu komme, etwas zu schreiben.
Weder hier noch sonst wo. Nicht mal eigene kleine Gedichte fallen mir noch ein, bei dermaßen viel Spaß an der Freud.

Nein. In der Wirklichkeit bin ich gar nicht gut gelaunt.
Ständig hat irgendwer irgendwas, gesundheitlich. Der eine tourt durch die Welt der Krebserkrankungen, der nächste bekommt vier Zähne auf einmal ersatzlos gezogen, wahlweise wird demnächst einer gezogen und danach durch Kunststoff oder was auch immer ersetzt.
Körperliche Störungen hier und da und dort. Auch ein paar Stürze gab es. Jeder darf mal in die Beschwerdenkiste greifen.

Und die Nachrichten, meine Güte, diese Nachrichten. Ich werde noch wahnsinnig über die Welt.

Ich sitze also mitunter in der Nacht hochkant im Bett und wundere mich über meine Herzfrequenz und den Magen und das Remmidemmi zwischen den Ohren und am nächsten Tag über das Unvermögen, die Konzentration auf was auch immer für fünf Minuten zu halten. 

Somit bin ich komplett unspaßig. Weshalb mir das Gefühl im Nacken sitzt:

Ohne Witz und Esprit habe ich nichts zu sagen.
Hier nicht.

Heute schon genervt?

Es ist so. Er treibt mich auf die Palme. Kaum macht er den Mund auf und lässt seine neuesten Gedanken herauspurzeln wie ein Kaninchen seine Köttel aus dem Nagerhintern, dreht sich in meinem Gehirn der Aggressionsschalter auf „Wütend“ und ich bekomme Atemschwierigkeiten.

Gut. Es mag sein, das ist nicht fair. Ich bekomme es ja nicht von ihm höchstpersönlich gesagt und in seinen Kontext gesetzt. Nein, ich muss mich mit dem begnügen, was in Medienberichten wiedergegeben wird.
Nur, allein das macht mich wuschig.
Es vergeht keine Woche, in der er nicht mindestens einmal durch alle Nachrichten geistert. Mit Ideen, mit Vorschlägen, mit Plänen, mit Meinungen und Ansichten.

Vor ein paar Tagen hörte ich seine sonore Stimme im Radio, erkannte ihn nicht gleich und dachte: Was quatscht der Typ da?
Es ging um den Paragrafen 219a. Und er beharrte darauf, alles müsse bleiben wie es ist, denn immerhin sei es ein doch recht mühsamer Konsens, der gefunden worden sei, damals, als es um Abtreibung und die gesetzliche Regelung derselben ging. Und man solle doch nicht diesen gemütlichen, behaglichen und gut gefundenen Konsens aufkündigen, nur weil einige wenige damit nicht zufrieden seien.
Ich hörte zu und musste mehrfach das Steuer meines Autos loslassen, um mir vor die Stirn zu schlagen. Beidhändig.

Dabei hatte ich mich schon vor einiger Zeit hinreißen lassen, ein längeres Briefchen zu schreiben, welches ich ihm an seine Berliner Adresse schicken wollte. Dann aber dachte ich, es wird ihn mitnichten interessieren, wenn eine dahergelaufene Person sich darüber mokiert, wie er die Dinge handhabt („Wenn ich nun lese, dass Sie die Abgabe von todbringenden Medikamenten ablehnen, wenn ich lese, „Es kann nicht Aufgabe des Staates sein, Selbsttötungshandlungen durch die behördliche, verwaltungsaktmäßige Erteilung von Erlaubnissen zum Erwerb des konkreten Suizidmittels aktiv zu unterstützen.“, dann frage ich mich, ob es das Recht des Staates ist, todkranken Menschen das Erleiden ihrer Krankheit bis zur letzten Sekunde, verbunden mit allen dazugehörigen Schmerzen, Qualen, mit dem Verlust von Würde und Menschlichkeit, abzuverlangen.“).

Wie muss ich mir das eigentlich vorstellen? Wie kommt er auf seine Ideen?
Bemühe ich einfach einmal meine Phantasie, von der gibt es ja ein gerüttelt Maß in meinem Kopf.

Er steht morgens auf, lässt die vergangenen fünf Tage innerlich vorbeidefilieren, wirft seinen Computer an und ein extra für ihn entworfenes Programm zählt rasch die Einträge seines Namens im kompletten Internet. Weltweit.
Dann wird ein Balkendiagramm für die Tage erstellt.
Und sobald sich der Balken verkürzt, startet er ein weiteres Programm:
Dinge, die ich noch nicht gesagt, kommentiert, verbreitet habe. Dieses Programm wirft ihm dann drei Vorschläge aus, er überlegt, was gerade passen könnte und verschickt eine Menge Emails an Menschen mit Reichweite. Das ist nämlich wichtig. Dass die Dinge, die er dann auswirft (kurze Erinnerung ans Kaninchen), möglichst weit reichen. Und viele Menschen seinen Auswurf wahrnehmen.
Denn der große Titel, die Überschrift unter dem all das stattfindet, lautet:

Jens Spahn, Kanzler

Wobei es auch einmal hieß:

Friedrich Merz, Kanzler
(Das hat ja auch nicht geklappt. Weil ihn die Kanzlerin aussortierte, auf dass er als Wirtschaftsexperte erst einmal ein paar Millionen verdienen konnte, um endlich einmal der Mittelschicht anzugehören.)

Ich warte jetzt auf weitere Vorschläge und Überzeugungen von Herrn Spahn. Damit ich mich auch weiterhin kraftvoll aufregen kann.

Schneeabend

Der Schnee fällt leise knisternd in harten Flocken und der Abend ist hell von all dem Weiß. Blaues Licht blinkt über die Bäume, die eingewickelt sind von den kalten Kristallen.

Vor dem Haus steht ein Rettungswagen und alle Fenster sind erleuchtet. Geschäftiges Treiben hinter Gardinen. Das alte Paar, immer freundlich und höflich. Schon im Herbst sah er aus, als habe er einiges an Gewicht verloren. Und sie trägt eine Perücke, denn ihr Haar hat sie fast verloren durch all die Therapien, die sie macht, um die Krankheit in Schach zu halten.
Wem von beiden mag es gelten?

Ich schaue aus dem Fenster, schaue hinüber. Möchte nicht neugierig sein. Bin es auch nicht. Trotzdem schaue ich immer wieder. Um einen Blick auf das Geschehen zu werfen. Um zu wissen, wer es ist, an den ich denken soll. Für den ich hoffen will.
Denke zurück an eine Nacht vor drei Jahren, vielleicht genau vor drei Jahren.
Als mein Telefon klingelte, ich ins Auto sprang und hinfuhr, zu meinem Vater, der sich nicht mehr zu helfen wusste, vor Schmerz.
Auch da kamen sie, die Wagen mit den blauen Leuchten, die Menschen mit den schweren Schuhen und orangefarbenen, roten, gelben Hosen und Jacken. Den Handschuhen. Den Koffern und Taschen. Den Spritzen, elektrischen Geräten. Pflastern und Verbänden. Schläuchen und Flaschen.
Und sie sorgten dafür, dass die tiefen Furchen und Falten, die der Schmerz in das Gesicht gegraben hatte, sich ein bisschen glätteten.
Dass das Gesicht nicht mehr grau, nur einfach blass war.
Sie nahmen ihn mit, ich fuhr hinterher, so wie es hier auch geschieht. Der Wagen lädt die Trage, die Fahrt geht los und dahinter ein Auto, zwei Menschen darin, die bangen. Die hoffen. Die nicht wissen, was als Nächstes geschehen wird. Wie wird es weitergehen.

Ich schaue ihnen hinterher.

Meine großen Kinder sind so spät noch auf der Straße, werfen Schneebälle. Lachen und rufen und ich frage mich, ob sie nicht ruhiger sein müssten. Schließlich passiert gegenüber gerade eine Katastrophe. Vielleicht.
Ob sie nicht leise sein müssten. Nur noch flüstern. Denn es kann sein, dass dort ein Leben bald zuende sein wird.

Sage nichts. Als der Rettungswagen vorbeifährt, sind sie still. Schauen ihm hinterher. Kann sein, sie denken kurz an den Großvater.
Kann sein, sie denken an die Schneebälle, die sie gleich werfen. Still sind sie.
Und dann lachen sie wieder. Und wirbeln weiter durch den Schnee.

 

Dann komm doch

Da ist doch schon wieder so ein Tuppes auf der Straße, der die Uhr nicht lesen kann.
„Mitternacht!“, möchte ich aus dem Fenster schreien. „Mitternacht ist erst in vier Stunden, die Hirselhuber!“
Aber was will man machen. Die Jugend von heute hat vermutlich wirklich die Uhr nicht gelernt. Gut, vielleicht liegt es auch an der Jugend als solche, denn dunkel erinnere ich mich, dass schon immer junge Menschen frühzeitig anfingen zu ballern, am Silvestertag.

Letzter Tag von zweitausendachtzehn also. Die Jahrtausendwende ist bald schon neunzehn Jahre her. Als ich achtzehn war, da lag die Jahrtausendwende in ferner Zukunft. Einunddreißig zum Milleniumsgedöns. Das erschien mir schon sehr alt. Neunzehn Jahre später fühle ich mich älter und doch nicht älter. Manche Dinge in mir fühlen sich nicht anders an als damals. Andere sind sehr anders.

Und leider bin ich heute so verworren, dass ich gar nicht genau ausführen kann, was ich meine. Denn mein Kopf ist viel zu heiß, meine Nase viel zu voll und mein Hals viel zu rot. Da kommt gedanklich etwas heraus, das aus der Entfernung an Rührei erinnert. Nicht aus dem Hals. Aus dem Kopf. Also die Gedanken. Die sind das Rührei. Meine Güte, so schwer ist das doch nicht zu erklären. Oder? Doch.
So ist auch klar, meine heutige Party findet in meinem Bett statt. Mit einem Riesenpack Taschentücher, Nasenspray, für dessen Erfindung ich zutiefst dankbar bin, Tabletten gegen Kopf- und Gliederschmerzen, für deren Erfindung ich Lobpreisungen rufe und etwas Orangensaft.
Und ich hoffe, gleich einfach sanft einzuschlafen und morgen in einer etwas besseren Verfassung wachzuwerden. Aber wenn ich das Geknalle jetzt höre, kann ich den Rückschluss ziehen, um zwölfe bin ich wach.

Dann werde ich das neue Jahr begrüßen, in dem ich huldvoll aus dem Bett winke und rufe: Da biste ja, du neues Stück. Wie wäre es denn, diesmal keinen sterben zu lassen? Wäre das ein Deal? Was ich dafür anbiete? Ich habe in meiner Nachttischschublade noch einen Erdnussschokoladenriegel. Was meinst du? Wie, das reicht nicht?!
Was willst du denn noch?
Jetzt hör aber auf. Du hast genau dreihundertfünfundsechzig Tage. Ich kann nicht dafür sorgen, dass du ewig dauerst. Tut mir leid. Aber wenn du einen Rat von mir möchtest, dann sage ich dir, mach was draus. Dreihunderfünfundsechzig Tage kann man so oder so nutzen. Ganz geschmeidig dafür sorgen, dass es rund läuft. Oder holpern und knirschen. Das ist deine Entscheidung.
Willst du aber in der Erinnerung lange bestehen bleiben, und zwar auf gute Art und Weise, dann setze Highlights.

Welche Highlights? Lass deine Phantasie spielen.

Ich erwarte dich jedenfalls mit einem gerüttelt Maß an Neugier.

Das vierundzwanzigste Türchen

Und wohin führte das?
Na, zu mir.

Und ich?
Ich fing an zu wachsen.

Und wuchs und wuchs und habe drei Kinder und es geht weiter und weiter.
Durchaus möglich, dass ich irgendwann die Urgroßmutter von jemandem sein werde. Oder gewesen sein werde. Und derjenige sitzt an einem heiligen Abend in seinem Sessel, schaut Fotos an und denkt über mich nach.
Wer war ich? Wie war ich?

Frohe Weihnachten.