Mutationen

Jeden Tag hoffe ich aufs Neue, dass die Menschen nicht so dämlich sind, wie sie manchmal tun. Manchmal da tun sie nämlich Blödes, das glaubt man einfach nicht.

Zum Beispiel räumen sie Sachen nicht in den Kühlschrank. Sie lassen Sachen einfach herumstehen. In einer Ecke, verborgen hinter anderen Sachen. Und es gibt Sachen, die lieben den Kühlschrank. Die brauchen den Kühlschrank. Zum Glücklichsein und, auch und sogar, zum Überleben. Wobei der Kühlschrank im Moment selbst um das Überleben kämpft. Um ihm das zu erleichtern, sollte man die Kühlschranktür nach dem Öffnen in Windeseile wieder schließen. Es stimmt nämlich nicht, dass sich der Raum abkühlt, wenn man den Kühlschrank aufstehen lässt. Im der Umkehr wird ein Schuh daraus. Nicht der Raum wird kalt, der Kühlschrank wird von innen warm.
Wie auch immer, die Sachen im Kühlschrank sind eben nicht aus Spaß in ihm drin.
Sachen, die nicht in den Kühlschrank kommen, obwohl sie dort hinein gehören, die fangen an zu mutieren. Und das ist gefährlich. Selbst wenn man noch keine Mutation erkennen kann. Sie führen dazu, dass Menschen kotzen. Mutierte Sachen zu essen, das reizt zum Aufschwulken.
Wenn die Mutation fortschreitet, dann besteht seltener die Gefahr, dass die Sachen noch gegessen werden. Schon allein wegen der Optik.

Aber es besteht die Gefahr, dass man von der Mutation angefallen wird. Während man noch sein Gesicht näher heranbringt, um genauer zu inspizieren, was man da gefunden hat, bedauerlicherweise die Lesebrille nicht in der Nähe ist und darum alles leicht verschwommen wirkt, da springt einem die Mutation laut schreiend ins ungeschützte Auge.

(Die Mutation könnte genetisch mit den Mainzelmännchen verwandt sein. Oder sie hat eins zum Frühstück gefressen.)

Viel Gelaber, wenig Sinn: Sachen gehören in den Kühlschrank, spätestens wenn der Deckel geöffnet wurde. Wurst gehört immer in den Kühlschrank. Menschen gehören nicht in den Kühlschrank, scheißegal wie das Wetter ist. Der Kühlschrank gehört geschlossen.
Mutationen sind gefährlich. Bei jedem Wetter. Aber im Moment besonders.
Bei mehr als dreißig Grad im Schatten möchte man nicht noch magenverdrehende Übelkeit.

Soviel dazu.

Das wirklich Wichtige aber ist:
Nicht draußen rauchen. Das ist so extrem blöd, das ist nicht steigerungsfähig. Siebzig Meter die Straße rauf ist der Waldrand. Dort ist alles sehr knusprig. Ein winziges Flämmchen reicht und mein Zuhause ist Geschichte.
In diesem Sinne an die Tussi im VW-Angeberkäfer mit örtlichen Kennzeichen:

Bescheuert oder was? Kippe aus dem Autofenster werfen? Direkt am Wald?
Komm mir in die Finger und ich zwinge Dich, hier Sachen zu essen, dann drück ich Dir die Kippe auf dem nackten Hintern aus und abschließend fackel ich Dein Auto ab.
Nur zur Information.

Meine Güte.

Ein leises Lachen

Sie hat ganz schön viel Kraft. Ihre Arme pressen die Luft aus meinem Körper und sie hält mich mit ihrer Stärke fest. Die Sekunden vergehen und die Umarmung wird noch intensiver.
„Weißt du, vielleicht hatten wir Angst.“
„Das kann schon sein.“
„Angst davor, uns zu treffen. Angst, Essen zu gehen.“
„Bestimmt ein bisschen.“
„Aber jetzt tat es doch gar nicht so sehr weh.“
„Ein bisschen tat es weh. Nicht übertrieben.“
„Ja, genau richtig. Nicht zu viel Schmerz, nicht zu wenig.“
„Finde ich auch.“
„Aber vermisst habe ich sie schon. Dieser dritte Stuhl war in manchen Augenblicken so ausgesprochen leer.“
„Vielleicht war er gar nicht so leer wie wir glauben.“
„Meinst du?“
„In meinen Gedanken jedenfalls war er nicht leer. In meinen Gedanken saß sie bei uns.“
„Stimmt. Und hast du nicht auch dieses leise Wispern gehört, wenn wir mal einen Moment still waren?“
„Als du auf dem Klo warst, da habe ich auf jeden Fall etwas gehört.“
„Was denn? Was hat sie gesagt?“
„Sie hat gesagt: „Warum habt Ihr das nicht schon viel früher gemacht, Ihr beiden Angsthasen?“ und ich habe geantwortet: „Weil du Du uns so sehr fehlst und wir es noch immer nicht glauben wollen, dass Du nicht mehr bei uns bist.“ und dann habe ich möglicherweise ein Kichern gehört.“
Ihre Arme werden weicher, sie lässt mich langsam los, gibt mir einen kleinen Kuss auf die Wange.
„Sie wäre zufrieden gewesen mit diesem Abend.“
„Das wäre sie. Das Essen hätte ihr geschmeckt, die Wärme des Abends hätte ihr gefallen, unsere Gesprächen hätte sie genossen.“
„Darum müssen wir das wieder machen. Essen gehen.“
„Und es genießen.“
„Dann hören wir sie wenigstens wieder leise Lachen.“

Ähnlichkeiten bei der Frisur

Und plötzlich war es mir klar. Warum ich den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Absurdistan Amerika nicht leiden kann, ganz abgesehen von seinen offensichtlichen Merkwürdigkeiten.

Ich hatte schon einmal eine innere Auseinandersetzung mit dem Thema, kurz nachdem das böse Kind zum Präsidenten gewählt und mit einer Machtbefugnis ausgestattet wurde, die zum Erschrecken taugte. Seitdem schaue ich zu und habe mal größere und mal kleinere Panikattacken bei den Kapriolen, die er schlägt, der Potus.

Aber gerade eben, als ich las, was der Großmeister der Unberechenbarkeit auf seiner Tour d`Europe sprach und tat, und dabei ein Foto seiner selbst sah, da fiel es mir ein.
Dieser Kerl sieht aus wie anno dunnemals mein erster Chef. Auch der war nicht von der sympathischen Seite. Nach einem harten Arbeitstag in der Küche fragte er gern mit lauter Stimme, ob man nur Frittenfett im Kopf habe und behauptete, dass man das Ergebnis einer großgezogenen Nachgeburt sei.
Außerdem legte er seinen weiblichen Azubis gern unten im Kühlhaus, fernab von den Blicken seiner giftigen Frau und der in deren Fußstapfen tretenden Tochter, die Hände nicht auf die Schultern. Tiefer und weiter vorn, da legte er die Hände hin. Ganz überraschend und unerwartet, während man in den Kaisergranaten oder den Seezungen herumwühlte, hatte man auf einmal vernarbte, harte und häßliche Hände an den Brüsten und da gehörten sie definitiv nicht hin.
Diese beiden Männer, sie haben eine Ähnlichkeit. Im Aussehen und im Benehmen. Nur hatte der eine die Macht über eine Küche, einen Herd mit sechs Gasflammen und ein paar Auszubildene , wohingegen der andere die Macht über Atomwaffen, Gesetze und vieles mehr hat.
Der Chef von damals, dieser Grabscher, und der Präsident, sie sind ein Kopp- ein Arsch, wie man so schön sagt.
Sogar bei der Frisur gibt es Parallelen.

Bei mir wohnt eine Fledermaus

Ich lebe unter einem Dach mit einer Fledermaus. Sie kackt mir auf die Fensterbank meines neuen Zimmers. Erst dachte ich, eine Maus sei irgendwie aufs Dach gekommen, bei genauerer Untersuchung stellte sich das Geknödel als Fledermauskacke heraus und da Fledermäuse wohl stets kurz vor dem Einflug ins Zuhause ihren Darm entleeren, liegt es nahe, dass sie genau über mir ihr Nest hat. Das finde ich reizend. Abends ist sie wohl immer unterwegs, deshalb stört sie mich nicht. Sie feiert auch keine Partys und hält mir mit Sicherheit das ein odere andere Insektengesocks vom Hals.

Mein neues Zimmer. Oben unter dem Dach. Das Zimmer, von dem ich dachte, dort fühlt sich alles anders an, wenn ich dort bin. Seltsam ist doch, dass ich so etwas immer noch denke. Müsste ich es nicht besser wissen? Dass man immer man selbst ist, egal wo man schläft?
Ich stellte mir eben vor, ich würde hier oben mein Laptop zücken und schreiben, was das Zeug hält, weil ich endlich weit genug weg von der Familie bin und in Ruhe in einen Schreibfluß kommen könnte. Könnte, hätte, würde. Jetzt tappen die Leute eben die Treppe nicht zu mir herunter sondern herauf. Und wenn ich zehn Mal die Tür zumache, sie kommen trotzdem. Und wenn ich mir mit Kopfhörern laut Musik ins Hirn blase und gar nicht höre, dass sie kommen, erschrecken sie mich auch noch so, dass ich um mein Leben fürchte. Herzkasper droht. Ich kann so nicht arbeiten. Schreiben im Angesicht des Alltags.
„Mama, ich muss tanken, gibst du mir…“ und „Ich bin fett. Ich bin ganz sicher fett.“ oder „Ich wollte nur mal gucken, was du machst.“
Versuche ich, in Stille zu schreiben, dann wummert der ein oder andere Bass durch die Wände. Manchmal kommt er von ganz tief unten, manchmal nur von wenigen Treppen tiefer. Wenn ich dann lese von Menschen, die sich zu irgendwelchen Schreibworkshops oder Schreibwerkstätten oder Schreibsonstwas ans Meer, in die Berge oder in die Wüste zurückziehen, dann bin ich neidisch. Nicht nur so ein bisschen. Richtig neidisch bin ich dann.
Und frage mich jedes Mal, warum ich das nicht mache. Die Antwort ist so einfach. Weil ich mich auf das Ohne-Mich-Geht-Es-Nicht-Pferd gesetzt habe und seit über zwanzig Jahren auf diesem ollen Gaul durch die Prairie reite. Das ist doch völliger Mumpitz. Denn es geht ohne mich. Definitiv. Alle sind alt genug. Alle sind bereit dazu. Der einzige, der es hier nicht schafft, das bin ich selbst.

Drei Monate wollte ich letztes Jahr abhauen. Zwei Tage habe ich geschafft. Das ist wirklich ein bisschen armseelig.

Aber das Pferd lässt mich nicht so ohne weiteres absteigen. Vermutlich muss ich abspringen, denn stehenbleiben tut es nicht. Wie früher, wenn die Füße auf der Schaukel bis über die Kronen der Pappeln reichten und genau dann der Moment war, in dem ich sprang. Und flog. Mit einem Kribbeln im Bauch und einem ordentlichen Schlag in alle Knochen beim Aufkommen. Früher war es so einfach. Und heute ist es so schwer.

Musicaltour

Stellen Sie sich vor, wie ich in einem Auto sitzen. Die Sonne brennt auf das Dach, der Stau quält sich über die Autobahn und im Schritttempo geht es voran. Das Auto gibt Warnsignale von sich, eine kleine Zapfsäule blinkt hektisch am Armaturenbrett. Die Nerven werden von flinken Gedanken gezupft wie eine wilde E-Guitarre.

Und dann ist es soweit. Auf dem überall internetfähigen Smartphone suche und finde ich den Soundtrack. Ich verbinde das Ding mit den Boxen, drehe die Klimaanlage aus, die Lautstärke rauf, lasse die Fenster herunter und los geht die wilde Fahrt.
In meinem Kopf. Denn in meinem Kopf sehe ich die Wahrheit des Paralleluniversums.
Mein Bauchspeck ploppt leise und statt weicher, muskelarmer Masse fühle ich eine glatte, steinharte Fläche unter meiner schwarzen Ledercorsage. Feste Brüste wippen im Takt der Musik. Das Haar fliegt im Fahrtwind, die Sonne brennt auf die Straße und lässt die Luft flirren. Auf dem Beifahrersitz liegt meine Pumpgun. Ich lasse meinem Arm lässig aus dem Fenster hängen und streichle den Fahrtwind mit meinen langen, roten Nägeln. Vor mir kommt ein dunkler SUV in Sicht. Schnell schließe ich auf und fahre ihm ganz nah an den Kofferraum. Ich hupe, der Wagen wird nicht schneller. Ich nehme meine Pumpgun, ziele durch das Beifahrerfenster und beim Überholen schieße ich dem Penner den Spiegel ab. Dann fahre ich irre lachend weiter. Die Kilometer fliegen an mir vorbei, mein Ziel ist das Nirgendwo. Knappe fünf Minuten lang. Ich schieße noch den ein oder anderen Spiegel ab und ich kann nicht dafür garantieren, dass es keine Verletzte gab.
Nach den fünf Minuten gibt es den Sprung raus aus dem Paralleluniversum.

Und hinein in das, was war. Vergangenheit. Gewesen. Vorbei. Der Körper wechselt in seine zwanzigjährige Form. Im Auto. Dunkelheit. Fahren durch Käffer, in denen nur jede zweite Straßenlaterne leuchtet und niemand mehr auf dem Bürgersteig zu finden ist. Und wieder sind die Fenster unten und in unfassbarer Lautstärke klingt es durch die Luft. Und dann werden Köpfe geschüttelt. Und dazu wird gelacht. Ein Lachen, tief aus dem Bauch. Aus den Eingeweiden. Ein Lachen, das schüttelt. Tränende Augen, schmerzende Muskeln, ein Lachen, das nicht enden möchte, dass immer weiter durch den Körper perlt. Wunderbar. Keine Gedanken an das, was ist, wenn es hell ist. Wenn die Sonne scheint, leuchtet sie das Unglück aus. In der Dunkelheit lösen sich Gefühle, verdichten sich Gedanken und sterben will man nicht, aber manchmal wünscht man sich, nicht geboren zu sein. Wie gut, es lauthals in die Dunkelheit zu singen. Sechs Minuten lang Freiheit. Sechs Minuten in vergangenen Zeiten. Und dann…

… kommt das dicke Ende. In einem anderen Universum lasse ich den Wagen einfach mitten auf der Autobahn stehen. Ich springe heraus. Die Autos um mich herum halten an. Ich renne zwischen ihnen herum, tanze, biege mich in tausend Richtungen, springe auf sie, springe wieder herunter, und dabei singe ich. Dass die Musik meine Liebe ist. Das alles in einem wunderbaren Kleid, dass sich im Takt der Musik dramatisch um mich herumwindet. Überhaupt. Es scheint, der Wind liebt mich, so wie er mich anpustet und großartig in Szene setzt. Vermutlich liebt mich die ganze Welt. Auf jeden Fall liebt sie es, wie ich singe, wie die Musik in unglaublicher Lautstärke aus meinem Auto dringt und wie ich tanze. Mein ganz eigenes Lalalaland.

Die Autobahnabfahrt kommt in Sicht. Soll ich? Den Standstreifen? Es sind nur noch achthundert Meter. Aber es ist doch verboten. Das darf man doch nicht. Also etwas Geduld. Und Anstand. Keine Schüsse, kein Headbangen, kein Tanz. Einfach im Auto, mit der Tanknadel kurz vor dem Zusammenbruch, warten.
Anständig. Wie es sich gehört.

Und dabei noch ein bisschen durchdrehen. Innen.

Balkonblicke

Eben kroch ich wieder einmal im Wohnzimmer auf allen Vieren mit einer Tierhaarentfernungsbürste über den Teppich und bürstete mit Hingabe.
Ich sage: schwarzer Hund, beiger Teppich, Fellwechsel. Jeder, der einen Hund besitzt, braucht keine weitere Erläuterung. Diejenigen, die einen beigen Teppich besitzen, sind vermutlich phantasiebegabt genug, sich die Bedeutung der Kombination vorzustellen. Wer weder einen Hund noch einen beigen Teppich besitzt, sollte auch nicht auf die Idee kommen, selbiges besitzen zu wollen. Gehen Sie bitte und kaufen Sie sich einen dunkelbraunen Flokati. So einen gab es in meiner Kindheit im elterlichen Wohnzimmer, bis ein enges Familienmitglied auf dem Töpfchen vor dem Fernseher saß und im Überschwang des Gesehenen das Töpfchen beim Aufstehen mit der Verse über den Flokati kegelte. Das war sein Ende.
Auf dem beigen Teppich lassen sich mit der Bürste kindskopfgroße Haarbälle zusammenbürsten. Anschließend noch mit dem Staubsauger darüber und schon sieht der Teppich aus, als ginge er noch. Eine Woche. Oder drei. Es gibt aber, solange der Hund lebt, auf Geheiß des Gutfrisierten keinen neuen Teppich, weil er sagt, dass dieser doch sowieso sofort wieder eingehaart und nach Hund riechen wird. Das ist wohl richtig. Aber ich kann diesen Teppich nicht mehr sehen.
Natürlich wünsche ich mir in der Konsequenz nicht, dass der Hund stirbt. Ich wünsche mir eigentlich nur, dass er weniger haart und weniger stinkt. Weil er ein sehr netter Hund und er beliebt ist, möchte keiner einen neuen Teppich. Kein Teppich wäre auch keine Alternative, erstens wegen der Behaglichkeit und zweitens fliegen die Hundehaare so zumindest nicht durch alle Räume sondern sammeln sich hübsch auf dem Teppich.

Außerdem betreibe ich im Moment auch wieder körperliche Ertüchtigung. Nach Jahren des Dahinschluderns und der Abbaubeobachtung war mir plötzlich klar, dass es so nicht weitergeht, weshalb ich auch vom Schrank die Yogamatte holte. Ich habe Erfahrung mit der Ertüchtigung, ich muss mich nur daran erinnern. Und die Yogamatte ist elementar. Als ich sie aus ihrer Hülle holte, traf mich ein Geruch. Und auf diesem Geruch kann ich nicht eine einzige Übung für den maladen Rücken machen. Weshalb ich die Matte, ein Geruch aus Muff, alten Instrumenten aus dem Musikantenstadel des Gutfrisierten, Schaf (welches die Matte einmal war) und Staub ausdünstend, ganz schnell an die frische Luft befördern wollte. Auf dem Balkon hängte ich sie über die Brüstung, zupfte noch ein paar undefinierbare Fusseln ab und wurde plötzlich angesprochen. Von der Nachbarin auf dem gegenüberligenden Balkon.
„Hallo!“, rief sie herüber. „Hallo!“, rief ich zurück.
„Immer, wenn ich Sie sehe, denn putzen Sie!“, rief sie. Und ich guckte sie an. Es gibt diese Sekunden, die sind sehr voll und gleichzeitig sehr leer. Voll mit Gedanken aber leer in der Umsetzung. „Immer, wenn ich Sie sehe, sitzen Sie rum, trinken Wein und spielen Kniffel!“, erschien mir keine adäquate Reaktion. Außerdem lief im Hintergrund noch der Horrorfilm „Putzteufel! Töten mit dem Feudel“ in meinem Kopf.
Bin ich etwa in der Nachbarschaft verschrien als die Irre, die immer nur putzt? Weil ich kürzlich Fenster geputzt habe? Idiotischerweise an dem Tag, an dem der Blütenstaub das komplette Kaff gelb einfärbte. Weil ich staubsauge, an zwei bis drei bis keine Tage die Woche? Wenn die Nachbarschaft auf dem Balkon sitzt, schauen sie mir ins Wohnzimmer und beobachten meinen Kampf mit dem Hundehaar und flüstern sie sich zu: „Da, schau, die Bekloppte saugt schon wieder!“ ?
Und was soll man denn sagen? „Ich putze so gern!“ oder „Putzen ist meine Leidenschaft!“ oder sonst eine Absonderlichkeit?
Hätte sie doch nur nichts gesagt. Mein Gehirn ratterte und klackerte auf der Suche nach einer gescheiten Reaktion. Nur leider vermute ich, hält sich mich nun nicht mehr nur für putzsüchtig sondern auch noch für ein bisschen einfältig. Denn die Zeit dehnte sich ein kleines bisschen zu sehr. Ich lächelte zwar über den Balkon hinüber, aber es kam einfach nichts raus aus meinem Kopf. Sie schaute, ich schaute, sie schaute, ihr Partner schaute, sagte aber nichts, ich schaute. Das war ein einziges Hin- und Hergeschau.
Und dann sagte ich: „Tja, wir haben den Hund. Der macht viel Dreck.“
Die Beiden drüben haben keinen Hund. Die haben auch keine vier bis sechs Personen im Haus. Nicht mal Fische. Ein paar Blumen. Letztens ist ein Oleander über die Brüstung gegangen. Den Scheiße-Ruf konnte ich durch das geschlossene Fenster hören. Ich glaube nicht, dass es der Oleander war, der rief.
„Ja, so ein Hund, der macht schon ein bisschen Dreck. Aber er ist so freundlich, Ihr Hund.“
„Ja, ein toller Hund. Ganz lieb. So ein guter Hund.“
Und noch blablabla. Und blablabla. Auf beiden Seiten.
Und dann ich: „Und wenn Sie mich nicht sehen, dann lieg ich in der Ecke und lese ein Buch.“
Gleichzeitig dachte ich: „Was sage ich denn da? Was soll das denn? Warum halte ich nicht einfach die Klappe und gehe rein und lege mich in die Ecke und lese ein Buch, verdammt nochmal. Ich Depp. Mein Leben. Putzen und Lesen. Toll.“
Ich ging rückwärts vom Balkon, ließ die Nachbarn nicht aus den Augen und kaum dass ich mich getrollt hatte, hörte ich das Klappern der Würfel beim Kniffel. Die spielen jeden Tag Kniffel. Auf dem Balkon. Außer bei Regen.
Was willste machen. Die denken, ich putze nur und lesen. Ich denke, die Kniffeln nur und gucken Fernsehen.

Und jetzt ist es mir wichtig, mitzuteilen: Ich bin kein Putzteufel. Gut. Vielleicht habe ich eine klitzekleine Reinlichkeitsstörung. Aber das hatte schon meine Großmutter. Ist also genetisch. Wenn überhaupt, dann bin ich Freund des Wischens. Und des Teppich-bürstens.

Kotzblumen

Wenn schon früh morgens der erste Gedanke mordlüstern ist, wie soll aus einem solchen Tag noch etwas werden? Um fünf Uhr in der Frühe den Wunsch nach einem laxen Waffengesetz zu verspüren, da erkenne ich mich kaum wieder. Denn eigentlich möchte ich ein pazifistischer und friedliebender Mensch sein. Im Moment ist das nur leider nicht ganz einfach. Ich vermute, es ist etwas Hormonelles.
Wer käme sonst auf die Idee, unter Zuhilfenahme eines Raketenwerfers laut jubilierende Singvögel zu eliminieren? Genau. Niemand, der noch bei Sinnen ist. Die zwitschern doch nur, ruft mein Dr. Jekyll-Anteil weinerlich herüber. Aber Mr Hyde grunzt und ist kurz davor, den Hulk von der Leine zu lassen.
Und mit diesem leichten Schimmer von grün bewege ich mich durch den restlichen Tag. Da kreischen Nachbarskinder unter meinem Fenster und wiederholen in einer endlosen Schleife: „Du bleibst bei miaaaaaa!“
„Neiiiiin, duuuu bleibst bei miiiiaaaa!“
Und wieder sehe ich den Raketenwerfer vor mir und es wird in einem kurzen Moment besser, als eines der Kinderstimmchen ruft: „Hör auf, du blöder Kacka.“
Sie beschimpfen sich noch ein Weilchen, bis eine Mutter dazwischen geht und um mehr Anstand und Freundlichkeit bittet. Sie kassiert ein: „Du bist so fett wie die ganze Welt!“
Was mischt sie sich in Sachen ein, die sie nichts angehen. Ich hätte mich ja auch gern aus dem Fenster gelehnt und gezielt. Oder zumindest gekeift. Aber das habe ich nicht. Ich erfreue mich an „Du stinkst wie ein fetter Haufen.“ und „Du hässliche, dumme, alte Kotzblume.“
Und ultimativ: „Du eine Billionen fetter Blumenkohl.“

Sie drücken einfach nur aus, was ich fühle. Ich möchte auch herumlaufen dürfen und Personen rundmachen. Mit bösen Worten. Einfach mal dem Gutfrisierten ein „Und du stinkst und du pupst wie ein Auto.“ entgegenwerfen. Zur Begrüßung. Anschließend gehen. Oder Killerdog sagen: „Bist du blöd geworden, du Popospinne?“, kaum dass er zur Tür hereinschaut. Dem Wolkenköpfchen ein stacheliges: „Ist mir doch scheißegal!“ entgegenzwitschern. Der Fürst ist in Sicherheit. In seiner eigenen Wohnung kann ich ihm nix, ich kann noch so laut brüllen, der hört das nicht. Ich könnte natürlich vorbeifahren und ihn anmeiern (schreibt man anmeiern mit ei?), der Aufwand wäre mir aber zu groß.

Und das alles nur aus diesem inneren Gefühl heraus, nicht ganz gerade sortiert zu sein. Ich bin schon mit dem Hund durch den Wald gerannt. Also nicht gerannt. Zügig gegangen. Stechschritt nannte man das früher. Und mir diesen Zorn herauszulaufen. Ich habe einiges herausgeschwitzt. Aber das irrwitzige innere Toben war nicht dabei.

Jetzt hoffe ich, dass ich morgen nicht mehr ganz so grantig bin. Dass es vom Schlafen besser wird. Dass ich nicht als erstes Gedanken habe, mit denen man das Storyboard eines Tarantino-Films bestücken könnte. Denn ich kann schon fühlen, wie mein Gesicht eine weiter Falte bildet. Die klimakterische Zornesfalte. Und das möchte ich unterbinden. Ich möchte nämlich ein freundliches Gesicht haben. Mit Lachfalten. Keine Griesgramfresse.

(P.S.: Und ich möchte allen Politikern auf dieser Welt die Twitterkonten sperren. Trump, Söder, Lindner, allen! Damit man den Stuss, den sie sich ausdenken, während sie auf dem Lokus sitzen und Langeweile haben, weil es doch ein bisschen dauert bis zur Niederkunft, nicht mehr mitbekommt. Ist nämlich auch nicht gut für Haut und Wohlbefinden meinerseits.)

Früher Abend

In Ruhe auf dem Klo sitzen. Das ist ein Luxus. Jahrelang waren diese Momente rar gesät. Jetzt sind sie ohne große Vorbereitung möglich.
Erst den Büstenhalter, der unter den Titten kneift, das Durchatmen erschwert und an den Schultern Rillen in den Speck presst, vom Körper reißen. Auf diese spezielle, vollkommen unerotische Art und Weise, die Träger durch die T-Shirt-Ärmel zu zerrren und das gesamte Gebilde dann aus dem Dekolleté zu ziehen wie ein Zauberer das Karnickel aus dem Hut.
Anschließend befreit durchatmend aufs Klo setzen und einfach nur die Klotür anstarren, ganz ohne Zeitdruck und ergebnisoffen.
Bis es an der Tür klingelt.
Bis der Ruf kommt. „Mamaaaaa…“
Gut, dann wird das Klo eben ein anderes Mal länger besucht. Während eine Menge Füße durchs Haus trampeln und immer wieder der Ruf „Maaamaaaa!“ erklingt, leise und diskret aus der Klotür schleichen, sich im Wohnzimmer auf das Sofa setzen und so tun, als säße man schon ewig dort. Auf keinen Fall mit dem eigen Fleisch und Blut über die vergangenen fünf Minuten sprechen.
„Ah, da bist du ja! Wo warst du?“
„Weg.“
„Okay. Kannst du uns zur Bahn fahren? Wir wollen in die Stadt. Party.“
„Nehmt den Papa mit.“
„Was?“
„Mitnehmen. Papa.“
„Äh. Nein.“
„Gut. Wann?“
„In drei Minuten? Und kann der Heini heute hier schlafen?“
„Hallo Heini.“
„Hallöchen.“
„Ja, kann er.“
„Cool. Wir müssen los. Hast du die Flaschen, Heini?“
„Japp.“
Alle auf zum Auto. Auf dem kurzen Weg dort hin tröpfelt die Erkenntnis ins Hirn, dass das Brustgewebe nicht mehr gestützt wird und dementsprechend auf und ab wippt und das sommerliche T-Shirt die Brustwarzen hübsch zur Geltung kommen lässt.
Hoffentlich macht Heini die Augen zu.
Im Auto plärrt das Radio los. Ich drehe die Lautstärke richtig hoch.
„Maamaa, mach leiser!“
„Nein.“
„Ok.“
Springsteen singt I´m on fire und das ohrenbetäubend. Sie sind einfach zu jung, die Zwanzigjährigen.
„Kannst du nicht doch leiser machen?“
„Sei froh, dass ich nicht mitsinge!“
Es ist nur noch Springsteen zu hören. Keine weiteren Beschwerden.

Dann singe ich mit. Everly Brothers. Es geht nicht anders.
Heini sitzt ganz still neben mir und hält mich sicher für den Freak der Woche.
Killerdog möchte mich vermutlich eintauschen. Gegen eine Stehlampe.
An der Bahn steigen sie aus. Wortlos. Ich sage auch nichts. Fahre in den Sonnenuntergang. Der warme Wind mischt sich mit der Kühle der Klimaanlage. Das Licht ist fantastisch. Ich puste eine Menge Luft aus.
Überlege mir eine Menge unsinniger Sachen innerhalb von vier Minuten. Dann stehe ich wieder vor dem Haus. Steige aus und frage mich, wann die vergangenen fünfundzwanzig Jahre im Klo verschwunden sind. Einfach weggespült.

Schöne Gedanken

Jeder Tag birgt wundervolle Gedanken. Gedanken, die einen durchströmen wie ein weicher Luftzug, süß wie ein Hauch von Zuckerwatte, leicht nach Zimt duftend. Sie streicheln die Hirnhäute und verteilen sich von dort aus sanft in jeden Winkel des Körpers. Es sind diese Gedanken, die das Leben lebenswert machen.

Zum Beispiel der Gedanke, gleich nach dem Wachwerden am sehr frühen Morgen. Nein, nicht der Gedanke: Können dieses Vögel einfach mal leiser brüllen? Der nicht. Der ist auch gar nicht so differenziert im Inneren. Dieser Gedanke ist mehr ein bisschen erfüllt von Gewaltphantasien, die man selbstverständlich sofort zugunsten der stetig weniger werdenden Singvögelpopulationen zurückstellt.
Der Gedanke, samtig und weich, der mit Glück einhergeht, er lautet:
In ein paar Stunden liege ich wieder hier.
Und weil das Eintreten dieser Tatsache höchst wahrscheinlich ist (es sei denn, man fällt dem Schicksal in die Hände und das sorgt für ein schnelles Ableben, was bekanntermaßen durchaus im Rahmen des Möglichen liegt), ist es wunderbar, diesen Gedanken wie einen Dauerlutscher immer wieder durchzulutschen. Dauerhaft.

Beim schlaftrunkenen Zähneputzen in Erinnerung rufen, dass bald schon die Zähne geputzt werden, um sich alsbald zu legen; schon ist es leichter, sich den Morgenmief aus dem Kiefer zu spülen.

Auf dem Weg ins Büro den Gedanken genießen, nur einige wenige Stunden später den Kopf wieder auf das optimal eingenudelte Kissen betten zu können, das gibt die nötige Motivation bis zu dem Moment, wo der nächste großartige Gedanke an den Augenblick des Ausstreckens der Gliedmaßen seine Zeit hat.

Auch beim Blick in die Kloschüssel, wodurch sich langsam aber sicher der millionenste Wutanfall nähert („Meine Damen und Herren, bald ist es soweit, nur noch dreitausendsiebenhundertsechunddreißig Wutanfälle, dann ist die Millionen erreicht! Das wird großartig. Das wird wunderbar. Auf jeden Fall eine Party wert. Seien Sie dabei! Und reichen Sie jetzt noch schnell Ihre Wette ein. Wann wird es sein? Tippen Sie das Datum und gewinnen Sie möglicherweise eine Klobürste deluxe der Firma Klowohl, mit spezialbenöppelten Bürstenborsten in Tigeroptik und mit handschmeichlerischem Tropenholzimitatgriff!“) lässt man sich nicht hinreißen, etwas anderes zu denken als: Ich darf bald zu Bett gehen.
Und gleich verschwinden die Gedanken, Köpfe im Sinne einer Klobürste zu verwenden, statt dessen breitet sich ein wohliges Gefühl aus und ein mildtätiges Lächeln erfüllt das Gesicht.

Nach jeder Aufforderung, mit dem Hund den Wald aufzusuchen, empfiehlt es sich, sofort einen Gedanken an das Liegen im Bettchen hinterher zu schicken. Zwar summiert sich die Anzahl der Gedanken dadurch massiv (im Schnitt kommen dreiundzwanzig dazu), es sind aber keinerlei Abnutzungserscheinungen zu bemerken. Im Gegenteil, führen die vermehrten Gedanken ans Nachtschläfchen zu einem sehnsuchtsvollen Ziehen direkt unter der Haut. Der ganze Körper fängt am Nachmittag an, köstliche Hormone auszuschütten, weil er in der ständigen Erwartung gehalten wird: Bald ist es soweit.
Es ist ein bisschen so, als würde man ununterbrochen kurz vor einem wundervollen Erlebnis stehen. Einen Tag davor. Erst wollte ich Weihnachten bemühen. Dann habe ich mir kurz den dreiundzwanzigsten Dezember vor mein inneres Auge gerufen. Anschließend habe ich es mit Ostern versucht.
Ich glaube, besser beschreiben kann ich es so: Im Tiefkühlfach steht ein Eimer voll mit wunderbarer Eiscreme und es ist klar, dass er nur für dich allein dort steht und gleich kommt der Moment, wo du die Tür des Kühlfach öffnest und dann…
(Elend. Schnell wieder zurück zu den Gedanken daran, bald ins Bett zu dürfen, denn am Kühlfach war schon jemand vor dir. Vermutlich der Hund. Wer sonst.)

Wenn sich der Tag langsam dem Abend und der Nacht zuneigt, dann werden die Gedanken immer farbiger, blumiger, bunter. Diese Freude. Und die Gewissheit, bald. Bald. Nicht mehr lange.
Schmalziger Herd? Geschirr auf anstatt in der Spülmaschine? Handtücher auf dem Badezimmerboden? Maulige Gesichter? Schnecken im Beet?
Ich habe schöne Gedanken. Die schönsten Gedanken weit und breit. Und diesen Gedanken lasse ich Taten folgen.
Noch schnell wieder Zähne putzen, Nachtwäsche an und dann kommt er, der Moment, der sich den ganzen Tag in den Gedanken ankündigte. Und er ist genauso schön wie erwartet.

Weicher Luftzug, Zuckerwatte, warme Farben, Ruhe im Karton.

Ich bin`s leid

Ich bin es so leid. So abgrundtief leid! Ich kann gar nicht sagen, wie leid ich es bin. Also mehrere Sachen, meine ich.
Und ich weiß gar nicht, was ich am meisten nicht mehr möchte. All die Todesfälle, die sich so sehr um mich herum häufen, dass ich mir mitunter überlege, ob sich das Aufstehen noch lohnt. Jetzt hat es schon wieder eine Frau erwischt, der ich ein Weiterleben mehr als gegönnt habe, die aber schon mit Anfang fünfzig dem Krebs nicht mehr entfliehen konnte. So eine verdammte Scheiße. Und die nächsten wundervollen Frauen stehen schon in der Reihe und der Tod lässt vermutlich nicht mehr allzulange auf sich warten. Da wird dann die nächste Beerdigung kommen, auf die ich gehe.
Dabei möchte ich Leben. Fröhliches Frühlingsleben in lindgrün. Übersprühende Freude. Verdammt. Das ist doch nicht zu viel verlangt.
Stattdessen liege ich in der Ecke und habe eine schlimme Krankheit nach der nächsten. Husten? Lungenkrebs. Kopfschmerzen? Hirntumor. Beinschmerzen? Arterielle Verschlusskrankheit. Außerdem noch Lungenembolie, Darmkrebs, Magenkrebs, Pankreaskarzinom, der ganze Scheiß. Ich hab sie alle. Wie in meinen schlimmsten Hypochonderzeiten.
Aber verdammt, es passiert. Es ist real. Die Leute sterben um mich herum wie die Fliegen. Und wie kommt es, dass ich noch am Leben bin? Ich hätte schon mit sechs Jahren sterben können, als ich im Mittelmeer von der Luftmatratze kippte und nur durch unerhörtes Glück an den Haaren aus dem Wasser gezogen wurde, weil einer gut tauchen konnte. Oder mit zehn, als ich dieses elende Stück Apfel im Hals klemmen hatte, das keine Luft mehr durchließ. Einen Kopfstand und mehrere Rückenschläge später ging es weiter, das Leben.
Auch Geburten sind immer eine Wanderung auf dem Grat zwischen Leben und Tod.
Wer wirft die Würfel in diesem Spiel? Doch wohl niemand. Also heißt es: der eine lebt, der andere stirbt.
Und irgendwann erwischt es jeden. Wirklich jeden. Den einen früher, den anderen später. Und manchmal einfach nur die Falschen.
Wem ich es wirklich gönnen würde, tot vom Gaul zu kippen, muss ich das wirklich explizit sagen? Wenn ich die Zeitung aufschlage, den Computer hochfahre, Nachrichten anschaue, dann denke ich jedes Mal: Warum? Warum kann dieser schreckliche Mann nicht einfach einen feinen Infarkt bekommen? Einen Apoplex. Opfer eines Attentats wird er nicht, er ist gut geschützt. Aber warum kann sich die Welt nicht selbstreinigend von so einem Idioten befreien? Einem Idioten mit der Macht, die Welt zu zerstören.
Ich ertrage es nicht mehr. Gute Menschen sterben. Bescheuerte Volltrottel leben. Wo bleibt da bitte die Gerechtigkeit?
Gibt es nicht? Genau.
Es gibt keine Gerechtigkeit. Kein Karma. Das ist alles für den Eimer.
HimmelArschundZwirn.
Ich werde so was von ungehalten über den Gesamtzustand. Die Gesamtsituation.
Diese Welt, sie macht mich fertig, dieser Tage.